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NEWS AUS
EPHESOS

Bild: CELSUSBIBLIOTHEK, CREDIT: ÖAI/NIKI GAIL

IMG1662 Dirk Steuernagel, Sabine Ladstätter, Wolfgang Hesoun (v.l.n.r.), Copyright Siemens

Die Jahresversammlung 2016

 

Am 20. Oktober 2016 fand die Jahresversammlung der Gesellschaft der Freunde von Ephesos (GFE) statt. Wie jedes Jahr wurde das Treffen in traditioneller Weise im ehrwürdigen Haus der Industriellenvereinigung veranstaltet.

 

Im Anschluss an die Generalversammlung des Vereins, zu der alle GFE-Mitglieder geladen waren, folgte die Festversammlung im Großen Festsaal. Nach der Begrüßung der Festgäste durch den Präsidenten der Gesellschaft, Generaldirektor Ing. Wolfgang Hesoun, hielt Dr. Sabine Ladstätter, Grabungsleiterin von Ephesos und Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI), ihren Vortrag. Sie berichtete in diesem Jahr nicht nur über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um Ephesos, sondern auch über die jüngsten politischen Entwicklungen in der Türkei und die Auswirkungen auf die archäologische Arbeit, die schließlich zur frühzeitigen Beendigung der Kampagne 2016 führten.

 

Die diesjährige Festrede hielt der Gastvortragende Dr. Dirk Steuernagel, Professor für Klassische Archäologie an der Universität Regensburg. Er hielt einen spannenden Vortrag mit dem Titel „Planung und Prozess. Neue Forschungen zum sogenannten Staatsmarkt in Ephesos“.

 

Zum Ausklang des Abends waren alle Gäste zum Buffet geladen, um sich über das Gehörte in entspannter Atmosphäre austauschen zu können.

 

 

HINWEIS:

Für GFE-Mitglieder sind die beiden Vorträge im passwortgeschützten Mitgliederbereich abrufbar.

 

Pilgerampullen Weihnachtsbrief 2015

Liebe Freundinnen und Freunde von Ephesos,

 

das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu und es war wieder ein sehr erfolgreiches für Ephesos und die österreichische archäologische Grabung.

Passend zur Weihnachtszeit hat uns das Team in Ephesos ein kleines photographisches Geschenk übermittelt:

 

Es handelt sich um drei Pilgerampullen aus dem 6./7. Jahrhundert nach Christus, die in der spätantiken Residenz südlich der Marienkirche gefunden wurden. Die Pilgerandenken (Eulogien) wurden in Ephesos mit heilsbringendem Inhalt an die Gläubigen verkauft und dienten dem Besitzer bzw. Träger als Schutz- und Heilmittel. Ausschlaggebend für die Kraft dieser Objekte war ihre unmittelbare Nähe zu heiligen Personen und Stätten. Zu dieser Zeit hatte sich Ephesos aufgrund der Verehrung des hl. Johannes und der Sieben-Schläfer zu einem der wichtigsten östlichen Pilgerheiligtümer entwickelt. Die abgebildeten Ampullen sind 5-10 cm hoch und weisen bei genauer Fundbegutachtung an beiden Seiten Reliefdekore auf. Meist zieren sie christliche Symbole. Die seitlichen Löcher dienten als Aufhängevorrichtung - zum Durchziehen von Ketten oder Schnüren.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest, erholsame Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

 

Mit besten Grüßen,

 

Die Gesellschaft der Freunde von Ephesos

 

Sabine Prsentation x

GFE-Jahrestreffen mit Sabine Ladstätter und Georg Plattner

 

 

Am 17. November 2015 fand die alljährliche Festversammlung der Gesellschaft der Freunde von Ephesos statt. Wie immer wurde das Treffen in traditioneller Weise im ehrwürdigen Haus der Industriellenvereinigung veranstaltet. Der Präsident der Gesellschaft, Generaldirektor Ing. Wolfgang Hesoun, begrüßte im Großen Festsaal diesmal mehr als 400 Gäste.

 

Den Anfang bildete die Überreichung der Ehrenmitgliedschaft für besondere Verdienste an Herrn Brigadier in Ruhe Roman Schlauss.

Anschließend hielt Grabungsleiterin PD Dr. Sabine Ladstätter, Wissenschaftlerin des Jahres 2012 und Leiterin des ÖAI, erneut einen spannenden Vortrag über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um Ephesos. Dabei zeigte sie einmal mehr, dass die Geisteswissenschaft Archäologie sich die Vorteile moderner naturwissenschaftlicher Methoden gekonnt zu Nutze macht.

Nach dieser Präsentation wurde an den Gastvortragenden des diesjährigen Festabends übergeleitet, Herrn Dr. Georg Plattner vom Kunsthistorischen Museum Wien. Er hielt einen anregenden Vortrag über die Geschichte Ephesos vom 18. Jahrhundert bis heute mit dem Titel „Ephesos und Europa- Vom kaiserlichen Museum zur modernen Forschung“.

 

Zum Ausklang des Abends lud Präsident Hesoun alle Gäste zum Buffet, um das eben Erlebte in entspannter Atmosphäre weiter zu vertiefen.

 

 

Für weitere Informationen:

www.oeai.at

 

Abb 1Celsusbibliothek Celsusbibliothek; © ÖAI / Niki Gail

Ephesos ist nun Weltkulturerbe

 

Die UNESCO Kommission nimmt Ephesos in die Liste der Weltkulturerbestätten auf

 

Das derzeit in Bonn tagende UNESCO Weltkulturerbe-Kommittee hat den Eintrag von Ephesos (Westtürkei) in die Liste der Weltkulturerbe beschlossen. Die antike Stadt, die seit 120 Jahren unter österreichischer Leitung ausgegraben wird, blickt auf eine Geschichte von 9.000 Jahren zurück. Ephesos war Hauptstadt der römischen Provinz Asia, beherbergte eines der sieben Weltwunder der Antike und entwickelte sich in christlicher Zeit zu einem wichtigen Pilgerzentrum. Zu seinen bekanntesten Bauwerken zählen der Artemistempel, die Celsus¬bibliothek, das Hanghaus, die Kirche der Gottesmutter Maria und die Johannesbasilika.

 

„Die UNESCO hat die einzigartige Bedeutung von Ephesos mit der Aufnahme in die Weltkulturerbeliste anerkannt. Das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI), das seit 120 Jahren die Ausgrabungen in Ephesos leitet, freut sich sehr über diese Auszeichnung. Wir gratulieren der Republik Türkei und der Gemeinde Selçuk zu diesem großen Erfolg“, sagt Sabine Ladstätter, Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts und Grabungsleiterin von Ephesos.

 

Die herausragende Bedeutung von Ephesos

Mit Ephesos wurde eine archäologische Stätte ausgewählt, die in allen historischen Perioden ‒ vom Neolithikum bis ins Mittelalter ‒ eine besondere Rolle spielte. Aufgrund ihrer geographischen Lage war die Hafenstadt Zentrum der Kommunikation und des Handels zwischen der Ägäis und dem anatolischen Hochplateau. Darüber hinaus war Ephesos ein religiöses Zentrum von überregionaler Bedeutung. Der Kult der Göttin Artemis reicht hier zumindest bis an den Beginn des 1. Jahrtausends v.Chr. zurück. Der zu ihren Ehren errichtete Marmortempel des 4. Jahrhunderts v.Chr. war der größte der griechischen Welt und zählte zu den sieben Weltwundern. In christlicher Zeit entwickelte sich die über dem Grab des Apostel Johannes errichtete Basilika zu einem der bedeutendsten Pilgerziele. Noch heute sind die Ruinen von Ephesos jährlich Anziehungspunkt für mehr als zwei Millionen Besucher. Da Ephesos in späterer Zeit nicht überbaut wurde, vermittelt die Ruinenstätte dem modernen Besucher dank zahlreicher wieder errichteter Bauten das Flair einer antiken Großstadt.

 

Was bedeutet die Ernennung zum Weltkulturerbe für die Grabung Ephesos?

„Unsere heutige Gesellschaft hat sich darauf verständigt, das geschichtliche Erbe, das die Menschheit miteinander verbindet und identitätsstiftend wirkt, unter besonderen Schutz zu stellen und seine kulturelle Vielfalt zu erhalten. Der Eintrag in die Liste der Weltkulturerbestätten ist daher nicht nur Auszeichnung, sondern zugleich auch Verpflichtung, mit diesem wertvollen und einzigartigen Kulturgut verantwortungsvoll umzugehen“, so Ladstätter. Mit dem Beitritt zur Konvention verpflichten sich die Vertragsstaaten, die Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen der Welterbestätten auf ihrem Hoheitsgebiet eigenständig zu finanzieren. Um eventuelle Veränderungen des Erhaltungszustandes festzustellen, finden regelmäßige Überprüfungen durch die UNESCO statt. Das UNESCO Welterbezentrum muss zudem über außergewöhnliche Umstände und Arbeiten, die zu einer Bedrohung der Welterbestätte führen könnten, informiert werden.

 

Information zum UNESCO Weltkulturerbe

Auf der UNESCO-Liste des Welterbes sind 1007 Denkmäler in 161 Ländern verzeichnet. Davon sind 779 Kulturdenkmäler und 197 Naturdenkmäler, weitere 31 Denkmäler werden sowohl als Kultur- als auch als Naturerbe geführt. Die UNESCO verleiht den Titel Welterbe (Weltkulturerbe und Weltnaturerbe) an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind und von den Staaten, in denen sie liegen, für den Titel vorgeschlagen werden. Der Titel beruht auf der von 190 Staaten und Gebieten ratifizierten Welterbekonvention von 1972.

 

In der Türkei gibt es bereits 13 Welterbestätten, unter ihnen sind die bekannten archäologischen Stätten Pergamon, Troja, Hierapolis-Pamukkale und Hattuscha.

 

Link: UNESCO World Heritage Centre http://whc.unesco.org/en/35/

 

sterreichisches Kulturforum IstanbulEphesos Tag 22.5.15

Seit 120 Jahren forschen österreichische Archäologinnen und Archäologen in Ephesos. Dieses Jubiläum wird im Rahmen des Ephesos-Tages am 22.Mai am Österreichischen Kulturforum in Istanbul zum Anlass genommen, um in sieben Vorträgen namhafter Wissenschaftler zurück zu blicken und die aktuellen Forschungen zu präsentieren. Ausgehend von den Beweggründen zur Aufnahme der grabungen im 19. Jahrhundert wird ein weiter Themenbogen gespannt, der von der grabungsgeschichte, über die methodenentwicklung, der musealen Präsentation bis hin zur spannenden Frage von Vermarktung und Tourismus in Ephesos führt.

Das Symposium ist von 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr, die offizielle Ausstellungseröffnung ist um 19:30 Uhr.

 

Abrufbar unter Facebook: Österreichisches Kulturforum Istanbul / Avusturya Kültür Ofisi

Plakette Weihnachtsbrief 2014 © ÖAI / Niki Gail

Liebe Freundinnen und Freunde von Ephesos,

 

 

am Ende eines Jahres steht immer auch ein kurzer Rückblick an. Für Ephesos und die österreichische, archäologische Grabung war es ein gutes Jahr – dank großzügiger Unterstützung! Dafür möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bedanken, umso mehr als wir wissen, dass diese aktive Form der Wertschätzung für wissenschaftliches Engagement keine Selbstverständlichkeit darstellt.

 

Die Archäologinnen und Archäologen haben uns bereits vor dem Weihnachtsfest ein erfreuliches Geschenk gemacht:

 

Eine Tonplakette aus der spätantiken Residenz konnte als ganz besonderer Einzelfund verzeichnet werden: Bei der genaueren Fundbearbeitung dieser Plakette wurde ein Reliefdekor entdeckt. Passend zur Weihnachtszeit zeigt es die Heiligen Drei Könige kniend vor der thronenden Maria mit dem Christuskind auf dem Schoß. Wofür diese Plakette benutzt wurde, ist unklar; derzeit als wahrscheinlichste Vermutung gilt, dass sie als Verschluss Verwendung fand.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest, ein paar erholsame Tage und ein gesundes und glückliches neues Jahr!

 

Mit besten Grüßen,

 

Das Team der Gesellschaft der Freunde von Ephesos

 

Mit freundlicher Unterstützung von