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Hellenist. Stadtmauer

DAS HELLENISTISCHE EPHESOS

BILD: LUFTBILD VON EPHESOS, CREDIT: ÖAI

KANNE308PX Kopf des Lsymachos swweb


3.–1. Jahrhundert v. Chr.

In hellenistischer Zeit erfährt das Stadtbild von Ephesos eine grundlegende Umgestaltung. Im Zuge der Diadochenkämpfe nach dem Tod Alexanders des Großen gliedert man es ab 300 v. Chr. in das Reich des Lysimachos (355–281) ein.

Nach ersten städtischen Neugründungen (Lysimachia) am Chersonnes und in Aitolia wird auch in Ephesos mit Arsinoea eine neue Stadt errichtet, benannt nach Lysimachos’ Gemahlin Arsinoë II. Die Bewohner von Arsinoea werden aus den Nachbargemeinden Teos, Lebedos und Kolophon rekrutiert.

Vermutlich bereits 294 v. Chr. beginnt man mit dem Bau einer über 9 km langen, die gesamte Stadt umfassenden Befestigungsmauer, welche die Nordhänge des Bülbüldağ sowie Teile des Panayırdağ einschließt. Das 2,5 km² große Gebiet innerhalb der Stadtmauern, von dem nur ein Drittel für eine Bebauung geeignet ist, gliedert sich in eine Unterstadt, im Bereich des Hafens, und eine auf einem erhöhten Plateau gelegene Oberstadt. Die beiden Stadtteile verbindet die Kuretenstraße, die dem Verlauf eines alten Prozessionswegs folgt.

Das hellenistische Ephesos ist eine nach hippodamischem Vorbild planmäßig angelegte Neugründung mit rechtwinkeligem Straßenraster. In der Unterstadt befindet sich mit dem Handelsmarkt (Tetragonos Agora), dem Theater und dem Stadion das merkantile und kulturelle Zentrum, in der Oberstadt richtet man mit der Oberen Agora (Staatsmarkt, dem Prytaneion und dem Bouleuterion das politische Zentrum ein. Die Wohnstadt entwickelt sich an den Hängen der beiden Stadtberge und vor allem auf dem siedlungsgünstigen Plateau der Oberstadt südlich und östlich der Oberen Agora.

Über die im 3. Jh. v. Chr. tatsächlich bebauten Flächen ist noch wenig bekannt, doch könnte es nach dem Tod des Lysimachos 281 v. Chr. wieder zu einem zumindest teilweisen Abzug der Siedler gekommen sein.

Ab dem 2. Jh. v. Chr. werden im Bereich des Hanghauses 2 einfache Gebäude mit Werkstätten eingerichtet, zeitgleiche Planierungs-
maßnahmen in der Oberstadt zeugen von Umbaumaßnahmen oder einer umfangreichen Neubesiedlung des Areals. Lokal produzierte Waren und ihre Verbreitung im Mittelmeerraum belegen die zunehmende Bedeutung und Wirtschaftskraft von Ephesos im 2. und 1. vorchristlichen Jahrhundert, welches unter römischer Herrschaft zur Metropolis Asiae (Hauptstadt der Provinz Asia) werden sollte.

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