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Wandmalerei Thekla und Apostel Paulus Paulusgrotte

DAS BYZANTINISCHE EPHESOS

BILD: WANDMALEREI THEKLA IN DER PAULUSGROTTE, CREDIT: ÖAI/Niki Gail

SetWidth308-Byz Frhbyzntin. Schnellwaage SetWidth308-webBodenmosaik SetWidth308-webTuerklopfer


4.–14. Jahrhundert n. Chr.

Auch nach der unter Kaiser Diocletian (284–305) durchgeführten Neuorganisation des römischen Imperiums blieb Ephesos Sitz des Provinzstatthalters und damit politisches und wirtschaftliches Zentrum.

Allerdings führten mehrere Erdbebenkatastrophen um die Mitte des 4. Jhs. zu einem wirtschaftlichen Einbruch, von dem sich die Stadt nur langsam erholen sollte. Doch konnten mithilfe kaiserlicher Zuwendungen und Steuererlässe die Schäden sukzessive beseitigt und die ehemalige Prosperität schrittweise wiedererlangt werden. Diese manifestiert sich in der Wiederherstellung und Neugestaltung zahlreicher öffentlicher und privater Bauten. Zudem wurde spätestens nach den Religionsedikten Theodosios’ I., die in der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion gipfelten, eine Reihe prunkvoller Kirchenanlagen errichtet, die das neue Stadtbild nun maßgeblich mitbestimmten.

Spätestens seit dem 5. Jh. gewann die auf dem 2,5 km entfernten Hagios Theologos-Hügel (Ayasuluk/heute Selçuk) gelegene Johannesbasilika zunehmend an Bedeutung und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Pilgerziele byzantinischer Zeit. Im Laufe des 7. Jhs. sollte die Basilika schließlich auch die kirchlich-liturgische Funktion der Marienkirche übernehmen und zur Hauptkirche des ephesischen Erzbischofs werden.

Wie aber die Errichtung der mächtigen Verteidigungsmauer um die byzantinische Reststadt von Ephesos im 6./7. Jh. sowie deren Erhebung zum Sitz der neu geschaffenen Verwaltungseinheit Thrakesion beweisen, büßte die ehemalige Metropolis Asiae ihre einstige Vorrangstellung nicht vollends ein. Die Stationierung einer Legion in der Stadt war im Übrigen angesichts der zunehmenden Expansionsbestrebungen der arabischen Welt notwendig geworden: So dürfte Ephesos etwa 654/655 von Mua’wija, dem Statthalter Syriens, und 715/716 von dem arabischen Admiral Maslama auf dem Rückweg von ihren jeweils erfolglosen Belagerungen Konstantinopels heimgesucht worden sein.

Noch in der 1. Hälfte des 9. Jhs. wird Ephesos in den Quellen als die größte befestigte Stadt der militärischen Verwaltungseinheit Thrakesion bezeichnet. 890 n. Chr. verlor es allerdings seine politisch-militärische Vormachtstellung zugunsten von Samos und kurz darauf von Smyrna/Izmir. Diese kurz skizzierte Entwicklung ist aber nicht mit einer endgültigen Aufgabe der Stadt gleichzusetzen: Vielmehr belegt die jüngst nachgewiesene archäologische Evidenz, dass Ephesos bis in das 13./14. Jh. besiedelt gewesen sein muss, wobei jedoch nicht mehr von einem homogenen Stadtbild ausgegangen, sondern vielmehr nur noch mit einem losen Siedlungsverband (Streusiedlung) gerechnet werden kann.

Bereits 1090 war dem seldschukischen Fürsten Tengribirmiş die Eroberung von Ephesos und Hagios Theologos gelungen, das jedoch 1096 vom byzantinischen Feldherrn Johannes Dukas nach einer Schlacht unweit des Hagios Theologos-Hügels wieder zurückerobert werden konnte. Erst 1304 wurde die gesamte Region endgültig dem byzantinischen Imperium entrissen. Die neuen Herrscher, die Familie der Aydınoğulları, eine Fürstendynastie der Seldschuken, wurden ihrerseits in der 1. Hälfte des 15. Jhs. vom Haus Osman abgelöst.

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